Am 4. Januar 2010 hat das Kollektiv baskischer politischer Gefangener (Euskal
Preso Politikoen Kolektiboa, EPPK) in einem Schreiben die Aufnahme
einer "neuen Dynamik des Kampfes" erklärt.
Mit Hungerstreiks und Selbsteinschlüssen wollen die ca. 750 Inhaftierten, die
das Kollektiv bilden, ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Zu diesen gehören
u.a. die Entlassung aller Gefangenen, welche ihre Strafe bereits abgesessen
haben, die Entlassung aller Gefangenen, welche unter schweren
Krankheiten leiden und nicht haftfähig sind, die Einhaltung der Menschenrechte (z.B. körperliche Unversehrtheit), die Anerkennung des Status als politische Gefangene sowie die
Zusammenlegung der Gefangenen.
Mit den genannten Forderungen reagiert das Kollektiv auf die repressive
Gefangenenpolitik der spanischen und französischen Regierungen, die in spezifischer Form gegen linke baskische AktivistInnen zur Anwendung kommt: Seit
Jahrzehnten werden baskische politische Gefangene im Rahmen der sogenannten
Zerstreuungspolitik möglichst weit entfernt vom Baskenland inhaftiert, zu - von
der Justiz durch "Terrorverdacht" legitimierten - unverhältnismässig hohen Haftstrafen verurteilt, zum Teil auch nach bereits verbüsster Strafe nicht freigelassen und in Incomunicado-Haft gefoltert.
Wie das EPPK schreibt, gehen die politische Situation im Baskenland und die
Situation in den Knästen "Hand in Hand". Der Ruf vieler BaskInnen nach
Selbstbestimmung und eine andere Gesellschaft wird vom spanischen und
französischen Staat mit der allumfassenden Unterdrückung und Kriminalisierung
politischer und kultureller Strukturen beantwortet. Dies wird mit der Vorgabe
"alles ist ETA" gerechtfertigt, eine staatliche Strategie, die u.a. durch den
"Antiterrorpakt" von 2000 und das Parteiengesetz von 2003 institutionalisiert
wurde. Dieses Gesetz ermöglicht das Verbot von Parteien, die sich nicht
öffentlich von "terroristischer Gewalt" distanzieren. Ein
einschlägiges Beispiel für die Anwendung dieser Strategie ist das Makroverfahren 18/98, bei dem linke politische Vertretungen, Gewerkschaften, Parteien, Medien, Frauen-,
Jugend- und Gefangenenorganisationen wegen Unterstützung der ETA angeklagt wurden.
Seit dem Sommer des vergangenen Jahres haben sich die staatliche Repressalien
gegen die politischen Gefangenen und die gesamte linke baskische
Unabhängigkeitsbewegung verschärft:
Illegalisierung der Fotos der Gefangenen, Verbot von Solidaritätsdemonstrationen, Verhaftung von linken PolitikerInnen, GewerkschafterInnen, JournalistInnen und AktivistInnen aus der Jugendbewegung sowie deren Misshandlung und die neue Verordnung zur Durchsuchung der
Angehörigen bei Gefangenenbesuchen.
Angesichts dieser Entwicklung hält das Gefangenenkollektiv eine neue Dynamik des
Kampfes für unumgänglich und ruft die baskische Gesellschaft dazu auf, sich für
"politische und demokratische Perspektiven" einzusetzen. Es wird die Notwendigkeit betont, "einen starken politischen Prozess in Euskal Herria anzustossen, der die politische Situation ändert".
Tatsächlich wurde von der baskischen Linken vor kurzem ein neuer Versuch unternommen, eben diese politische Veränderung herbeizuführen: Im November 2009 wurde eine Initiative zur friedlichen und demokratischen Lösung des politischen Konflikts vorgestellt. Die spanische Regierung antwortete - ihrer politischen Strategie treu bleibend - mit Verhaftungen. Es wurden u.a. der ehemalige Sprecher von Batasuna, Arnaldo Otegi, und der ehemalige Chef der Gewerkschaft LAB, Rafa Díez, festgenommen. Beide gehörten zu den führenden Initiatoren des neuen politischen Lösungsvorschlags.
Zu allen diesen Ereignissen erfolgt in Deutschland kaum eine öffentliche Positionierung - das trifft auch auf die radikale Linke zu. Deren Grund ist häufig eine kritische Einstellung zum Konzept des baskischen Nationalismus und den Organisationsstrukturen der baskischen Linken. Dies sollte jedoch nicht die Auseinandersetzung mit dem politischen Konflikt im Baskenland und eine Solidarisierung mit den von Repression betroffenen AktivistInnen verhindern.
Aus diesem Grund rufen wir zu einer Protest- und Solidaritätskundgebung vor der
spanischen Botschaft auf, mit der wir öffentlich die spanische Repressionspolitik anklagen, die Solidarität mit den politischen Gefangenen zum Ausdruck bringen und die baskische Forderung nach Selbstbestimmung stark machen wollen.
Die Kundgebung steht im Kontext der internationalen Woche der Solidarität mit
dem Baskenland, zu der die baskische Organisation Askapena unter dem Motto
"Freiheit für das Baskenland - für den Sozialismus" aufgerufen hat. Vom 6. bis
13. Februar 2010 wird es in vielen europäischen und lateinamerikanischen Ländern
Veranstaltungen und Aktionen zum Baskenland geben.
Beteiligt euch! Kommt am Donnerstag zur spanischen Botschaft!
Freiheit für das Baskenland!
Solidarität mit den politischen Gefangenen!
Kundgebung:
Donnerstag, 11. Februar 2010, 16 Uhr
Vor der spanischen Botschaft
Lichtensteinallee 1
10787 Berlin
Durch die Initiative des anarchistischen Gefangenen Gabriel Pombo da Silva wird es vom 20. Dezember bis zum 1. Januar 2010 einen kollektiven Hungerstreik in den Knästen geben, um die Solidarität zwischen inhaftierten RebellInnen in der ganzen Welt zu verdeutlichen und zu stärken, sowie den Hass auf den Knast und die Gesellschaft, die diese produziert. Dabei wird auch Unterstützung für Mumia Abu-Jamal ausgedrückt, z.B. von Marco Camenish, einem anarchistischen Gefangenen in der Schweiz. Eine Vielzahl von Gefangenen aus vielen Teilen der Welt hat ihre Teilnahme signalisiert. Weitere Infos...
Am 01.09.2009 wurde im Berliner Landgericht der Prozess vor der 7. grossen Strafkammer gegen Yunus K. und Rigo B. wegen versuchter und vorsätzlicher Tötung und schwerer Körperverletzung eröffnet.
Ihnen wird unterstellt, einen Molotowcocktail auf Beamte geworfen zu haben. Brennende Flüssigkeit traf eine Passantin und verletzte diese.
Die beiden Schüler sitzen seit dem 1. Mai in Untersuchungshaft. Dort hat Yunus sein Abitur und Rigo seinen MSA abgeschlossen.
Die Anklage beruht einzig auf den Aussagen von zwei Polizeibeamten, die sich bezüglich der Festnahmesituation und des -ortes widersprechen. Es gibt viele Zeugen, die die beiden Waldorfschüler entlasten. Sie haben andere Personen beim Werfen des Brandsatzes beobachtet. An der Kleidung der Angeklagten wurden keinerlei Spuren von brennbarer Flüssigkeit festgestellt, obwohl bei dem Wurf aus der Brandflasche viel davon verspritzt worden sein muss. Die Angeklagten hatten keine Rucksäcke o.ä. bei sich, worin sie einen Brandsatz hätten transportieren können. Das wird von Zeugen bestätigt und auch bei der Festnahme hatten sie nichts dabei. Sie wollten den Platz verlassen, als sie überraschend festgenommen wurden.
Der Verteidigung stehen Fotoaufnahmen zur Verfügung, die die nach Zeugenaussagen tatsächlichen Werfer des Molotowcocktails zeigen. Zwei dieser Personen wurden inzwischen indentifiziert, gegen diese läuft ein eigenes Ermittlungsverfahren.
Der Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" ist in diesem Prozessverfahren offenbar ausgehebelt. Die Verteidigung hält das Gericht für befangen. Weder Staatsanwalt noch Gericht seien an der Aufklärung des Vorfalls interessiert. Die Ablehnungsgesuche gegen das Gericht wurden abgelehnt.
Die Verteidiger von Yunus K. rufen erneut potentielle Zeugen des Vorfalles auf, sich in ihrer Kanzlei (Telefon: 030-25293336) zu melden. Sie seien insbesondere auf der Suche nach dem Sanitäter, der die Frau versorgt habe, die infolge des Brandsatzwurfes Feuer gefangen hatte.
Die Angeklagten werden von ihren Mitschülern, Eltern, Lehrern und Freunden unterstützt. Am 16.11. fand in der Waldorfschule Mitte ein erster Informationsabend statt. Rund 300 Besucher waren gekommen, um sich über den Stand des Verfahrens zu erkundigen.
Demonstration - 19.12.2009 14:00 Uhr - Beginn an der Waldorfschule Mitte, Weinmeisterstrasse
auch in diesem jahr wird es wieder am letzten tag im jahr eine
demonstration zur jva moabit geben, um den Inhaftierten dort -
stellvertretend für alle Gefangenen - zu zeigen, dass sie nicht allein
und vergessen hinter den grauen Mauern vor sich hin vegetieren. dieses
jahr unter dem motto: Silvester zum Knast? für die Zerstörung aller
Formen der Einsperrung
wir wollen euch bitten den termin für die demo zu verbreiten und auf
euren website zu posten. der aufruf und weitere infos zur demo und zum
drumherum sind unter:
www.abc-berlin.net/silvester-zum-knast-demonstration-in-berlin
zu finden. anfang der nächsten woche wird es plakate und flyer geben,
wenn ihr irgendwo plakatieren und flyer verteilen möchtet oder fragen
habt meldet euch bei uns.
Anlass für die Einladung zur heutigen Pressekonferenz ist die Ankündigung der Staatsanwaltschaft, im Verfahren gegen Alexandra R. den Freispruch des Amtsgerichts Tiergarten, vom 3.11.09 anzufechten und Beschwerde einzulegen. Dies bedeutet, dass das Verfahren gegen Alexandra möglicherweise vor dem Landgericht Berlin neu verhandelt wird. Allerdings ist bislang nicht klar, ob die Staatsanwaltschaft in Berufung geht oder Revision einlegt. Hier stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum wird auf Biegen und Brechen versucht, die Ermittlungen gegen Alexandra aufrecht zu erhalten? Wir gehen davon aus, dass es unabhängig vom konkreten Fall ein grosses Interesse gibt, linksalternative Menschen einzuschüchtern und durch Überwachung, die im Rahmen der Ermittlungen laufen, Strukturen gezielt auszukundschaften.
Beamte des polizeilichen Staatsschutzes observieren beinahe alltäglich linke Einrichtungen aber auch Jugendclubs und notieren die Namen der Besucher. Eine Prozedur, die beim Besuch von Demonstrationen, Kundgebungen oder öffentlichen Gerichtsverhandlungen, wie auch bei der von Alexandra, zum Standard gehört. Im Zusammenhang mit fragwürdigen Ermittlungsverfahren werden Personen oft räumlich und telefonisch überwacht und ihr gesamtes Umfeld durchleuchtet. Rückblickend ist seit Jahren die Tendenz festzustellen, dass die politischen Strafverfolgungsbehörden in regelmässigen Abständen unter fadenscheinigsten Begründungen Ermittlungsverfahren inszenieren, um tiefgreifende Überwachungsmassnahmen einleiten zu können. Zwei Beispiele der jüngeren Zeit sind das Verfahren gegen den Berliner Antifaschisten Matthias Z., der 101 Tage unschuldig in U-Haft sass, und die bundesweite Hausdurchsuchungswelle gegen linke Projekte und Einzelpersonen im Vorfeld des G8-Gipfel 2007. Letztere wurden dieses Jahr vom Bundesverfassungsgericht für illegal erklärt, Matthias Z. wurde freigesprochen. Da die gewonnen Erkenntnisse über linke Strukturen und Einzelpersonen aber keinesfalls gelöscht werden müssen, stören sich die Strafverfolgungsbehörden in der Regel wenig an erfolgreichen Verfassungsklagen und Freisprüchen.
Eine Öffentlichkeit, die derartige Vorgänge kritisch beleuchtet, scheint nicht zu existieren. Wenn es gegen vermeintliche "Linke" geht, mangelt es vielen Medien hingegen deutlich an kritischer Distanz zu Behörden und Politik. So werden z.B. Aussagen von Strafverfolgern und einzelnen Politikern für gewöhnlich ungeprüft übernommen. Mitsamt aller Vorverurteilungen und Kurzschlüsse: Unsere Freunde Alexandra, Christoph und Tim wurden von einigen Medien öffentlich als "Hassbrenner, Feuerteufel und Chaoten" diffamiert, an ihrer Schuld schien niemand zu zweifeln. Was das für diese jungen Menschen bedeutet scheint auch niemanden zu stören. Sie müssen für einen politischen Machtkampf bluten, der seit Monaten tobt.
Während Strafverfolgungsbehörden und Politik im Kampf gegen allnächtliche Autobrände Untätigkeit vorgeworfen wird, suchen sie händeringend nach möglichen Tätern. Hierbei ist nicht der Einzelfall von Bedeutung, es geht um "Generalprävention", Abschreckung durch unverhältnismässig hohe Haftstrafen. Unter diesen Vorzeichen sind Alexandra und Christoph in die Mühlen des Justiz-Systems geraten, und nun, da in beiden Verfahren die Beweislage offensichtlich nicht ausreicht, sieht sich die Staatsanwaltschaft an die Wand gedrängt. Während der Prozess gegen Christoph ausgesetzt wurde und damit aus dem Fokus der Öffentlichkeit genommen werden soll, versucht die Staatsanwaltschaft im Fall Alexandra den Freispruch anzufechten, um während dessen weitere Ermittlungs- u. Überwachungsmassnahmen zu legitimieren und dem politischen Verurteilungswillen Rechnung zu tragen.
Obama hat am 6.11.09 VertreterInnen von allen Native American Tribes im Weissen Haus
empfangen. Eines der Kernthemen der Aussprache war Leonard Peltier.
Gerade haben wir einen sehr sachlichen Fernsehbeitrag über Leonard Peltier vom
5.11.09 aus dem US-Fernsehen gefunden.
Laurynas aus Litauen wurde nach der "United we stay"-Demonstration am 14.
März 2009 aufgrund von Youtube-Videos festgenommen und in
Untersuchungshaft verbracht. Er hatte einen Mannschaftswagen und einen
Verbindungsbeamten der Polizei angegriffen. Am 10. Juni 2009 wurde er dann
zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Auch mangels solidarischer
Unterstützung liess sich Laurynas während dem Gerichtsprozess ein und die
Medien schlachteten seine Einlassung aus.
Nach der Berufung bleibt Laurynas auch noch die nächsten Monate in Haft.
Dort braucht er unsere Unterstützung! Schreibt Laurynas! Laurynas
Muttersprache ist litauisch, also wäre es gut, wenn ihr eure Briefe auf
litauisch schreiben würdet. In deutscher, russischer oder englischer
Sprache könnt ihr Laurynas auch schreiben. Laurynas würde sich auch über
Zusendungen von aktuellen Zeitschriften in litauischer Sprache freuen.
Ebenso braucht Laurynas Briefmarken um euch antworten zu können.
Hungerstreikerklärung des Gefangenen Stefan Milde in Burg - dem ersten Privatgefängnis der Bundesrepublik.
Nun bin ich hier in Burg angekommen. Nach vielen unfruchtbaren
Gesprächen und Anträgen bin ich nun im Hungerstreik. Nicht weil ich
etwas utopisches fordere, sondern weil ich lediglich einfordere, was mir
ohnehin zusteht.
Der Nato-Jubiläumsgipfel ist vorbei, die Staatliche Repression ist
jedoch weiterhin Präsent. Freunde und Genossen sitzen immernoch
unter unwürdigen Bedingungen im Maison d'arret, dem Gefängniss
in Strasbourg. Einige von Ihnen hatten bisher keinen Prozess und befinden
sich in Untersuchungshaft. In der BRD versucht die Rostocker
Staatsanwaltschaft derweil mit Hausdurchsuchungen und Erpressung gegen
Teilnehmer der Anti-NATO-Demonstration in Strasbourg vorzugehen.
Diese Umstände sind uns Motivation Genug euch einen
Überblick zum Stand der Repression zu geben, unsere Erfahrungen
in der Soli-Arbeit zu teilen und zu der Anti-Repressions-Demo in Rostock
am Sa. 14.11 einzuladen.
* Sa. 17.10. 22:00 *
Soliparty für die Gefangenen der Anti-Nato-Proteste
Zielona Gora
* Do. 22.10. 20:00 *
Strasbourg und die Repression danach + Rostock-Demo-Info
Bunte Kuh
Seit dem NATO-Jubiläumsgipfel im April sitzen einige
Freunde noch immer in Strasbourg. Die Rostocker Staatsanwaltschaft
geht mit Hausdurchsuchungen und Erpressung gegen
Anti-NATO-DemonstrantInnen vor. Wir geben einen Überblick
zum Stand der Repression und Infos zur Anti-Repressionsdemo
in Rostock am 14.11.
* Do. 29.10 20:00 *
Antimilitaristische Aktionen und ihre Strafverfolgung
VETOMAT
Im Februar 2008 blockierten Aktivist_Innen auf der Schiene in
der Nähe von Husum einen Militärtransport der
Bundeswehr für die Nato-Response-Force. An diesem
Beispiel werden die Mechanismen der anschliessenden
Strafverfolgung erläutert. Infos hierzu...
* Di. 3.11 20:00 *
Solidarität YEAH! - Basics und Erfahrungen der Soligruppenarbeit
Bethanien Südflügel
Unter Einbeziehung von Erfahrungen in der Soliarbeit
für die Gefangenen des Natogipfels in Strasbourg, werden
wir uns mit euch über die Grundlagen von Anti-Knastarbeit
austauschen. Desweiteren versorgen wir euch mit Infos zur Demo
in Rostock.
* Do. 05.11. *
ab 18:00 Film
ab 20:00 Lesung und Vokü
Zielona Gora
Bei angenehmer Atmosphäre und Lecker Essen werden
wir mit euch einen zum Thema passenden Film schauen und im
Anschluss einige Texte aus dem bzw. über den Knast in
Strasbourg verlesen.
* Mo. 9.11 20:00 *
Ich bin im Knast, könnte in den Knast kommen...
Bethanien Südflügel
Im Rahmen des Anarchistischen Initiativen – Café
im Bethanien
werden wir euch die Erfahrungen einiger Gefangener von
Strasbourg mitgeben. gemeinsam wollen wir mit Euch
überlegen wie eine Vorbereitung auf den Knast aussehen
kann, mit welchen Situationen sollten wir dabei
"rechnen".
* Sa. 14.11 14:00 Demo *
"Repression für alle! Machen sie mit, schweigen sie jetzt?"
Anti-Repressions-Demo, Rostock Hbf.-Nord Aufruf und Infos
Noch immer sitzen Christoph T. und Alexandra R. wegen angeblicher
KFZ-Brandstiftung in Untersuchungshaft. Obwohl in beiden Fällen allenfalls
Indizien gegen sie sprechen, macht die Justiz weiter ernst und eröffnet
die Prozesse. An den Beiden soll ein Exempel statuiert werden. Kürzlich
wurden die ersten Termine veröffentlicht.
Wir rufen dazu auf, die Verhandlungstage zu besuchen und den Betroffenen
zu zeigen, dass sie dieser massiven Repression nicht allein gegenüber
stehen. Staatsschutzkonstrukte gemeinsam abwehren! Freiheit für Alex,
Christoph und alle anderen!
Hallo liebe Freundinnen und Freunde des Einstellungsbündnisses,
der mg-Prozess geht dem Ende zu. Bald wird die Beweisaufnahme abgeschlossen
sein, dann folgen die Plädoyers der Bundesanwaltschaft (BAW) und der
Verteidigung und letztlich die Urteilsverkündung. Dies wollen wir für
Aktivitäten nutzen. Auf unserer Webseite http://einstellung.so36.net/
informieren wir jeweils über den aktuellen Stand.
Drei Prozesstage sind bereits terminiert: Do. 10.09.2009, Mi. 23.09.2009
und Do. 24.09.2009. Eine gute Gelegenheit, noch einmal den Prozess zu
besuchen.
Ein paar weitere Termine möchten wir euch ausserdem mitteilen:
Samstag, 12.09.2009. 15 Uhr. Berlin, Potsdamer Platz
Demonstration &qout;Freiheit statt Angst&qout; mit antikapitalistischem Block, der
auch die mg-Verfahren thematisieren wird. Auf der Demo wird es die neue
Ausgabe von &qout;Ende einer Dienstfahrt&qout; geben, die wieder der
&qout;jungen Welt&qout; beiliegen wird.
Samstag, 26.09.2009. 18 Uhr. Berlin, Mehringhof, SfE
Infoveranstaltung vom EA Berlin zum Stand einiger aktueller Verfahren gegen
linke AktivistInnen. In der Veranstaltung wollen wir die aktuellen
Ereignisse rekapitulieren und die momentane Repressionssituation in Berlin
aus unserer Sicht darstellen und mit Euch diskutieren. Unterstützen werden
uns dabei Leute aus Soligruppen und AnwältInnen, die Betroffene juristisch
vertreten. Im Anschluss wird es Raum geben für Fragen und Diskussion, je
nach Publikum mit AktivistInnen von früher und heute.
Zum Tag der Urteilsverkündung, dem Tag X (vermutlich im Oktober 2009),
rufen wir zu einem Aktionstag auf.
Mehr Infos...
Wir wünschen einen heissen Herbst,
solidarische Grüsse aus Berlin vom
Einstellungsbündnis
Leonard Peltier, Native American leader, Ojibwa-Sioux of Turtle Mountain Indian Reservation in North Dakota, has been unjustly imprisoned for 34 years in U.S. federal prison, a victim of FBI political persecution. His upcoming parole hearing is Monday, July 27. We urge you to write letters of support for Leonard's parole to the Bureau of Prisons by
clicking here
The FBI has persecuted Peltier ever since a 1975 FBI armed raid on Pine Ridge Indian Reservation in South Dakota, in which two of their agents were killed.
The FBI raid was the culmination of three years of a murderous U.S. government war on the residents of Pine Ridge, in which over 60 traditional members and American Indian Movement activists were murdered. Leonard Peltier was among the young AIM members who came to Pine Ridge to protect elder residents who had pleaded for AIM's protection.
On June 26, 1975, using the theft of a pair of boots as a pretext, the FBI agents raided a reservation ranch of the Jumping Bull family, racing onto the land in an unmarked car. A shoot-out ensued. One Native man, Joe Stuntz, and the two FBI agents, Jack Coler and Ronald Williams, were killed.
As dozens of FBI encircled the ranch in the hours that followed, several AIM members, including Peltier, escaped. Two AIM members, Bob Robideau and Darrell "Dino" Butler, were arrested and tried in Rapid City, Iowa, for the killing of the FBI agents. They were acquitted by an all-white jury, which agreed that their actions were in self-defense.
Because Peltier had successfully escaped to Canada and did not face trial with Robideau and Butler, the FBI waged an all-out campaign so that someone would pay for the FBI deaths. The FBI fabricated a false claim to secure Peltier's extradition from Canada. He was tried, convicted and sentenced to two consecutive life sentences.
During Leonard's trial, numerous irregularities were committed by the prosecution and FBI, including falsification of evidence, forced testimony later recanted by witnesses, deliberate withholding of tens of thousands of pages of FBI documents, and more.
Since his conviction in 1977, numerous appeals for a new trial for Peltier have been denied on technical grounds, despite overwhelming evidence of massive FBI misconduct in the prosecution. Peltier has many supporters in the United States and around the world, including hundreds of U.S., European and Latin American parliamentarians, Nelson Mandela, Rigoberta Menchú, Bishop Desmond Tutu, Southern Christian Leadership Conference, Jesse Jackson, and the U.N. High Commissioner on Human Rights.
Take action now!
Click here
to send a letter to the United States Parole Commission to express your support for parole for Leonard Peltier. Justice is long overdue!
Forwarded on behalf of the Leonard Peltier Defense Offense Committee
Medical Update I just spoke to a relative of Leonard. He is thankful
for all the calls on his behalf and wants to be taken to the Prison
Hospital Rochester. Not the Mayo clinic.
Leonard has sleep apnea and many times the guards wake him up
to ask if he is alright . He said when the guards woke him up in
the middle of the nite last nite to check on him he thought that
was what it was about. He said he still has chest discomfort and
a pain in his left arm.
He said again, he needs to get good test run, and thank you for
all of those who have called and ask for the calls to continue to
get him to the Prison Hospital in Rochester.
Any further updates will be passed along as they come out.
In The Spirit of Crazy Horse
Wanbli
National Spokesman LP DOC
Leonard Peltier
#89637-132
Warden Bledsoe
The prison number is Ph: (570) 523-1251
They show 2 fax numbers 570-522-7745 and (570) 522-7519
Genau wie bei Mumia und Troy Davis versuchen jetzt auch Leonard Peltiers Unterstützer_innen in den USA, durch öffentlichen Druck
etwas für den Gefangenen bewegen zu können.
Nach über 15 jähriger Wartezeit steht diesen Sommer eine weitere Bewährungsanhörung für Leonard Peltier an. Er ist seit 1976
politischer Gefangener im US Bundesstaat Pennsylvania. Genau wie bei Mumia wurde ihm Mord an Polizeibeamten untergeschoben, in
seinem Fall gleich zweimal.
Seine erste Anhörung 1992 wurde auf 2009 vertagt. Jetzt ist eine Anhörung für den 27 Juli 2009 bestätigt worden.
Wir können alle Solidarität über die Online Petition bekunden, die direkt an den Bewährungsausschuss von Pennsylvania geht: Hier geht's zur Petition...
Bitte verbreitet diese Petition auch selbst weiter.
Der diesjährige Frühling wird wohl kein Frühling für revolutionäre Bewegungen
innerhalb Europas im Besonderen, aber auch für die linken und Befreiungsbewegungen weltweit werden.
In Berlin, Stuttgart-Stammheim sowie Mailand nähern sich die Urteile in den Verfahren gegen militante
gruppe (mg), DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei –front) und PCpm (Kommunistische Partei,
politisch-militärisch). Ebenso stehen weiterhin die linke Unabhängigkeitsbewegung im Baskenland,
die Volksbefreiungsbewegungen in Kurdistan und Kolumbien, die Rote Hilfe International (RHI) in der Schweiz,
Belgien und Frankreich, sowie eine ganze Reihe anderer Kleingruppen oder anderer Zusammenhänge unter
mit den bisherigen Verhältnissen verglichen starkem Repressionsdruck.
Gegen all diese wird im Zuge einer EU-Strategie immer häufiger die Waffe der "terroristischen
Vereinigungsdelikte" eingesetzt. Dies bringt allerorts eine Legalisierung und Legitimation umfassender
Ermittlungsmethoden, wie Komplettüberwachung und Beschattung, Spitzel und Informanten, Hausdurchsuchungen,
Untersuchungshaft in Isolation, sowie die Ausdehnung all dieser Massnahmen auf weite Personenkreise, mit sich.
Gegen Gruppierungen wie beispielsweise die mg, DHKP-C und PCpm zielen diese Massnahmen auf die Zerschlagung
kommunistischer und revolutionärer Organisationen. Im Baskenland, Kurdistan und Kolumbien hingegen werden
sie massenhaft gegen alle Teile dieser Befreiungsbewegungen eingesetzt um sie zu zerschlagen. Blutige Folter
ist hierbei eine häufig angewandte Methode. Doch werden die Vereinigungsparagraphen auch gegen
punktuell-temporäre Widerstandsbewegungen eingesetzt, wobei allerdings häufig die Vereinigungen
erstmal vom Repressionsapparat selbst konstruiert werden müssen. Diese Vereinigungskonstrukte sind in
den letzten zwei Jahren immer wieder durch breit gefächerte Öffentlichkeitskampagnen zu Fall
gebracht worden. Als Beispiel hierfür kann das Vorgehen gegen die G8-Proteste 2007 in Heiligendamm
gelten, aber auch die derzeitige Scharade der französischen Regierung die sogenannte Anarcho-Autonome
Bewegung in Frankreich in das Muster einer solchen "terroristischen Organisation" zu pressen.
Aktuelle Staatsschutzverfahren in der BRD…
In Berlin wird derzeit vor dem Kammergericht der Vorwurf der "Mitgliedschaft in einer kriminellen
Vereinigung", der militanten gruppe, gegen drei im Sommer 2007 verhaftete Genossen verhandelt. Gegen
sie war zuerst wegen "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (§129a StGB)" ermittelt
worden. Nach ihrer Verhaftung und vier Monaten in Untersuchungshaft wurde dieser Vorwurf jedoch vom
Bundesgerichtshof heruntergestuft, und als Verfahren gegen eine "Kriminelle Vereinigung - §129
StGB" vor dem Berliner Kammergericht eröffnet. In den bisher über 20 Verhandlungstagen
zeichnet sich deutlich ab, dass der Prozess vom Bundesamt für Verfassungsschutz inszeniert wird,
das seine Informationen von der Bundesanwaltschaft als Ermittlungsergebnisse des Bundeskriminalamtes
präsentieren lässt. Dass den "Ermittlungen" die das BKA geführt haben soll
hierbei häufig der logische Zusammenhang oder selbst das formale Prozedere der Behörde fehlen
und die als Zeugen geladenen Beamten sich nicht an diese "Ermittlungen" erinnern können,
wird vom willfährigen Richter Hoch gedeckt. Dieser lässt den BKA-Zeugen mit Verweis auf deren
"eingeschränkte Aussagegenehmigung" grundsätzlich die Wahl, was sie auszusagen
gedenken, und wozu sie nicht aussagen dürfen/wollen/können. Auch interessiert ihn nicht,
dass die Zeugen des BKA sich gemeinsam bezüglich ihrer Aussagen absprechen; und dies vor Gericht
zugeben!
Es ist zu vermuten, dass eine derart dünne Beweisführung, mit den riesigen Lücken,
die der Verfassungsschutz in der Inszenierung gelassen hat, ohne vorgefertigtes Urteil nie zu einer
Verurteilung der betroffenen Genossen ausreichen würde. Doch hierfür haben sich die Intendanten
der deutschen Klassenjustiz ein letztes Schmankerl ausgedacht: Eine geheime Quelle des Bundesamtes für
Verfassungsschutz hat nach den Verhaftungen im Sommer 2007 bestätigt, dass es sich bei den Dreien um
die mg handelt. Das Urteil wird hier in Berlin im Frühjahr erwartetet.
Noch fadenscheiniger als im Berliner §129-Vefahren ist die Beweislage im Stuttgart-Stammheimer
§§129-129a-129b-Verfahren. Die anatolischen Genossen, denen im Stammheimer Prozess-Bunker das
Staatsschutz-Schauspiel gemacht wird, sollen Mitglieder, sogar Kader der türkischen
"Revolutionäre Volksbefreiungspartei – front DHKP-C" sein. Doch ist hier keine deutsche
Produktion zu sehen, sondern ein Gastspiel des türkischen Staatsschutzes und Inlandsgeheimdienstes
MIT. Hier liegen von Seiten der deutschen Ermittlungsbehörden eigentlich gar keine Beweise vor, wenn
man davon absieht, dass durch die langjährige Totalüberwachung der Angeklagten und deren Freunden
und Verwandten ein Schema von Bekanntschaften (mit Spitznamen!) "ermittelt" wurde. Dieses ist dann
auch gleich Grundlage und Gegenstand der Zeugenvorladungen. Doch den wahren Kern der Anklage bilden die
Informationen des türkischen Geheimdienstes MIT. Tatsächlich bestehen dessen Akten, die der
deutschen Justiz übergeben wurden grösstenteils aus unter Folter gewonnenen
"Geständnissen". Zynischerweise wird hier also Angeklagten, die in Deutschland aufgrund der
in türkischen Gefängnissen erlittenen Folter Asyl erhielten, mit "Geständnissen"
aus eben diesen Folterkellern der Prozess gemacht. Hier fällt der blumige Vorhang der Menschenrechte,
zertrennt von der scharfen Klinge der deutschen Klassenjustiz.
Doch wird an diesem Prozess gleichzeitig noch eine andere Klinge geschärft, nämlich die der
internationalen Klassenjustiz. Denn der Prozess in Stuttgart-Stammheim ist für die deutschen
Justizbehörden ein Präzedenzfall einer Verurteilung nach "§129b StGB – Bildung einer
ausländischen terroristischen Vereinigung", die auf Grundlage von unhinterfragten Informationen
ausländischer Geheimdienste zustande kommt. Nach der Verurteilung, die ebenfalls für diesen
Frühling erwartet wird, werden dann wohl auch andere Prozesse gegen linke Befreiungsbewegungen aus
anderen Teilen der Welt nach Paragraph 129b StGB geführt werden, die bisher, wie gegen die DHKP-C,
nach §129 StGB verurteilt wurden, beispielsweise die kurdische PKK oder die kolumbianische FARC-EP.
So stehen die nächsten Prozesse gegen die DHKP-C nun auch schon praktisch vor der Tür:
Am Mittwoch, den 05. November 2008, wurden in Dortmund, Duisburg und Köln zeitgleich zwei Wohnungen
und drei Vereine durchsucht und drei Personen festgenommen. Auch ihnen wird die "Unterstützung
und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung" – der DHKP-C nach §129b
vorgeworfen. Nach den bisherigen Informationen bezieht sich die Anklage, wie in Stuttgart-Stammheim, auf
das Sammeln von Spendengeldern, legalen Vereinstätigkeiten und Waffenschmuggel. Des Weiteren begann
am 15. Januar dieses Jahres vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht gegen den Genossen Faruk Ereren
ein Prozess wegen Mitgliedschaft im ZK der DHKP-C (§129 b).
…und europaweit…
Vor über einem Jahr begann in Mailand der Prozess gegen 15 GenossInnen, die im Februar 2007
während einer gross angelegten Razzia namens "Tramonto", die sich gegen die Konstituierung
der PC p-m (politisch-militärisch kommunistische Partei) richtete, festgenommen wurden. Sieben der
GenossInnen befinden sich immer noch in Gefangenschaft, andere stehen unter Hausarrest. Am 6. Oktober 2008
wurde der Prozess nach einer Sommerpause fortgesetzt. Vorgeworfen wird den Angeklagten der Aufbau der
PC p-m, die Herausgabe der verbotenen Zeitschrift "Aurora" (Sonnenaufgang), sowie in diesem Zusammenhang
auch die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung.
Die Bedingungen vor Gericht sind für die Angeklagten noch weitaus schlimmer als in Berlin:
während der gesamten Verhandlung sind sie in Gitterkäfige gesperrt, deren Stäbe so eng
zusammenstehen, dass die Menschen hinter ihnen kaum zu erkennen sind. Zeugen der Anklage sagen hinter
Stellwänden und vermummt aus. Wie in anderen Prozessen auch, ist die Beweislage dünn. Vorsichtigen
Schätzungen der italienischen GenossInnen zufolge wird der Prozess voraussichtlich in diesem
Frühling enden. Trotz mangelnder Beweislage ist zu erwarten, dass schwere Urteile gefällt
werden.
Im Zusammenhang mit den Durchsuchungen am 12. Februar 2007 in Italien war aufgrund eines
Rechtshilfeersuchens durch den italienischen Staat auch eine Aktivistin der Rote Hilfe International in der
Schweiz betroffen (www.rhi-sri.org). Auch gegen sie wird nach wie vor ermittelt.
Das Europa hinsichtlich der Repression keine Grenzen kennt, zeigt auch der Repressionsschlag gegen die
RHI durch die belgische Justiz Anfang Juni letzten Jahres: 6 GenossInnen wurden festgenommen.
Zurückzuführen sind die Festnahmen auf eine 1 ½ – jährige Überwachung, die aufgrund
von Informationen der italienischen Polizei nach den Festnahmen der GenossInnen in Italien begann. Man
hatte damals bei einer Durchsuchung in einem Gemüsegarten vier Fotos belgischer KommunistInnen
gefunden. Es standen Personendaten auf der Rückseite der Fotos, die in der Nähe eines
Behälters mit einer Waffe gefunden wurden. Diese Informationen wurden an die belgische Polizei
weitergegeben. Obwohl die Überwachung keine konkreten Hinweise lieferten, schlug die belgische
Justiz zu. Doch auch die Hausdurchsuchungen waren eine totale Schlappe. Mittlerweile sind alle wieder
in Freiheit, der Vorwurf der " Beteiligung an einer terroristischen Aktivität" bleibt
bestehen und die Ermittlungen gehen weiter.
Im Baskenland sind diese Methoden nichts Neues. Hier werden schon seit Jahrzehnten Personen Aufgrund
ihrer politischen Tätigkeit in der abertzalen Linken (linke Unabhängigkeitsbewegung)
willkürlich verhaftet, eingesperrt und gefoltert und vor den Sondergerichtshof Audiencia Nacional
in Madrid gezerrt. Laut dem dortigen Untersuchungsrichter Baltasar Garzón wird jeder als
ETA-UnterstützerIn eingesperrt, der sich für die baskische Unabhängigkeit
einsetzt.
Nach diesem Schema wurden erst jüngst erneut Parteien und Organisationen als
Batasuna-Nachfolgeorganisationen oder ETA-befürwortend verboten. Es handelt sich hier um die
EHAK (Kommunistische Partei) und die EAE/ANV (Baskische Nationalistische Partei), die vom spanischen
Staat auch gleich auf die EU-Terrorliste gesetzt wurden. Die Anzahl der baskischen Gefangenen hat sich
auf ein bisher unerreichtes Ausmass gesteigert, mehr als zu Francos Zeiten. Um diese Verhaftungswellen
legitimierend zu unterstützen gibt der spanische Staat vor, in den letzten Monaten mehrfach die
ETA enthauptet zu haben. Er geht dafür nach folgendem Schema vor: sobald er ein ETA-Mitglied im
Untergrund aufgespürt hat, wird die betreffende Person in den Medien als der neue Kopf der ETA
lanciert, und nach etwas Vorlaufzeit (1 Monat) anschliessend verhaftet.
Mit den baskischen Gefangenenkollektiven zusammen, jedoch auch auf eigene Initiative kämpfen
in den Knästen des spanischen Staates auch die Gefangenen der PCE(r) und GRAPO für die Amnestie.
Ihr aktueller unbefristeter Ketten-Hungerstreik jede Woche am Freitag ist ein Kampfmittel gegen die
verschärften Haftbedingungen unter denen sie leiden und gegen die Scheinprozesse, durch die ihre
Gefangenschaft wiederholt verlängert wird.
Über den europäischen Tellerrand hinaus…
Der historische Prozess von kapitalistischer Ausplünderung und Akkumulation in Kolumbien befindet
sich heute in seiner letzen Konsolidierungsetappe, vorangetrieben vom Mini-Führer und
Narko-Paramilitär (Verwicklungen in Drogengeschäfte) Alvaro Uribe Vélez und dessen
faschistoider Partei "Demokratische Sicherheit". Die Bilanz seiner sechs Jahre andauernden
Präsidentschaft, in denen er die Repression verstärkt hat, liest sich wie folgt:
Einkerkerung von 7500 Aktivisten der Volkskämpfe; Ermordung von 450 Gewerkschaftern; Kolumbien
ist nun das Land, das mit 4 Millionen Vertriebenen den zweiten Platz in der Welt an
Binnenflüchtlingen einnimmt; Ausweisung von Volkskämpfern wie Sonia und Simon Trinidad in
die USA; Verletzung der Souveränität von Nachbarländern durch die Bombardierung ihrer
Territorien.
Im weltweiten Vergleich erfährt die kolumbianische Befreiungsbewegung eine der derzeit
stärksten Repressionen. Nicht umsonst steht der kolumbianische Staat weltweit an dritter Stelle
in Sachen Militärhilfe aus den USA und führt einen als antiterroristisch bezeichneten Kreuzzug
gegen die FARC-EP. Die US-amerikanische Strategie, revolutionäre Bewegungen und Organisationen unter
dem Banner des "War on Terror" international zu bekämpfen wurde im kolumbianischen
Bürgerkrieg geboren, und aus dieser Region, die die USA seit jeher als ihren Hinterhof betrachten,
in alle Welt exportiert. So wurde beispielsweise die Taktik, die FARC-EP als Drogenmafia propagandistisch
zu diffamieren mittlerweile auf die PKK übertragen.
Die organisierte Volksbewegung in Kolumbien, in ihren verschiedensten Erscheinungsformen des sozialen
Kampfes und des Aufstandes, leistet Widerstand und hat sich das Ziel gestellt, den humanitären
Gefangenenaustausch und die Lösung des politisch-militärischen Konflikts zu erreichen. Dabei
nehmen sie Bezug auf die von Venezuela angestossene Bolivarische Integration, die sich gegenwärtig
in Lateinamerika entwickelt.
Eine weitere Befreiungsbewegung, die weltweit im Fadenkreuz der internationalen
"Antiterror"-Repression steht ist die kurdische. Seit der türkischen Invasion des Nord-Irak
in der Winteroffensive 2007 hat sich das Niveau der Repression, nicht nur gegen die Guerilla, sondern auch
gegen die sozialen Bewegungen, nochmals drastisch gesteigert. Nach dem Verbot der kurdischen Partei DTP,
die vielerorts Bürgermeister und Stadträte stellte, der neuen Guerilla-Offensive und des erneuten
Volksaufstandes hat die kurdische Bewegung nun so viele Gefangene wie noch nie zuvor.
Das Land mit den meisten Gefangenen weltweit, sowohl in absoluten Zahlen als auch in prozentualem
Verhältnis zur Bevölkerung, bleibt jedoch ein Land, in dem es gar keine bewaffnete Bewegung gibt:
die USA. Dort sitzen heute über 2,3 Millionen Menschen im Gefängnis.
Diese immense Anzahl an Inhaftierungen wird von BürgerrechtlerInnen und AktivisInnen der
Gefangenenbewegung, wie Angela Davis, mit der weit fortgeschrittenen Privatisierung des Gefängnissystems
in Zusammenhang gebracht. Die privatisierten Gefängnisse werden von Unternehmen geführt, die die
Gefangenen für "Löhne" ausbeuten (bsp.: 13cent/stunde), die viele von einer
Kontinuität der Sklaverei in Nordamerika sprechen lassen. Die Entdeckung der Rentabilität von
Repression hat sich schon längst über die ganze Welt ausgebreitet. Nicht immer geht sie mit der
Ausbeutung der Arbeitskraft der Gefangenen einher, wie in Lateinamerika, wo Knäste aus
Kapazitätsgründen schon vor einiger Zeit an private Unternehmen abgetreten wurden. Doch auch in
Europa ist die Knast-Privatisierung bereits angekommen: Vor den Toren Berlins, in Grossbeeren wird bereits
an einem Knast gebaut, der an das US-Vorbild angelehnt ist. Auch in Deutschland lässt sich ein Anstieg
der Inhaftierungen verzeichnen, der, ähnlich wie in den USA, in den meisten Fällen auf
Bagatelldelikte wie Diebstähle oder Schwarzfahren zurückzuführen ist.
Vor allem aber müssen wir die USA nach wie vor als das Land der Todestrakte erwähnen. Hier
möchten wir das Augenmerk besonders auf den Fall des Genossen Mumia Abu-Jamal lenken, der nach
mittlerweile 27 Jahren im Todestrakt wieder akut von der Todesstrafe bedroht ist.
Heraus zum 18.März!
Gegen die weltweite Repression setzen wir auch an diesem 18. März ein Zeichen der internationalen
Solidarität. Mit der Repression müssen wir offensiv umgehen, wir dürfen nicht zulassen,
dass Betroffene von den Bewegungen isoliert werden. Wer glaubt, sich vor der Repression schützen
zu können, indem er den Kontakt mit von Repression Betroffenen abbricht, entsolidarisiert sich nicht
nur mit ihnen, sondern auch mit ihren Zielen.
Die staatliche Repression trifft jeden, der sich nicht dem Schema der kapitalistischen Ausbeutung beugt;
diejenigen, die den Kapitalismus direkt bekämpfen trifft sie zuallererst!
Revolutionäre Bewegungen sind von vornherein Ziel der Repression des kapitalistischen Staates, sie
werden es nicht erst durch ihre Solidarisierung mit revolutionären Gefangenen. Wenn der
Selbstschutzmechanismus eines Staates zu arbeiten beginnt (nicht umsonst: Staatsschutz), dann weil sich
der Staat angegriffen fühlt. Wer gegen den Kapitalismus und die bestehenden Verhältnisse
kämpft, bekämpft notwendigerweise den kapitalistischen Staat. Staatsfeind zu sein ist also
für RevolutionärInnen eine Selbstverständlichkeit (nicht umsonst: Wir sind ALLE 129A)!
Selbst die von den kapitalistischen Staaten als Erfolge propagierten gezielten Morde an AktivistInnen der
Befreiungskämpfe führen weder zu einer Vernichtung der Bewegungen, noch stoppen sie die Offensiven
der bewaffneten Organisationen. Sie legitimieren hauptsächlich die Repression gegen die sozialen
Bewegungen, die die Basis der militanten und bewaffneten Kämpfe bilden. Die Erinnerung an unsere
ermordeten GenossInnen durch die Fortführung ihrer Kämpfe wach zu halten ist für uns nicht
nur eine Pflicht, unsere Wut und Trauer geben uns auch Kraft weiterzumachen!
Kampf der Kriminalisierung linker revolutionärer Politik!
Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit!
Solidarität ist unsere Waffe!
Bündnis "18.März – Tag des politischen Gefangenen"
Hallo Unterstützerinnen und Unterstützer von Mumia Abu-Jamal,
sicherlich ist den allermeisten von euch der ähnlich gelagerte Fall von Leonard
Peltier bekannt. Er war in den frühen 70igern Aktivist der American Indian Movement.
1976 wurde er im Bundesstaat Pennsylvenia wg. angeblichen doppelten Polizistenmordes zu
lebenslänglich im Gefängnis verurteilt. Ähnlich wie bei Mumia ist die
"Beweisführung" äusserst umstritten. Leonard sitzt als politischer
Gefangener seitdem im Gefängnis.
Während der Vorbereitungen zu einer Bewährungsanhörung wurde er vor
kurzem übberraschend in ein anderes Gefängnis verlegt. Bei seiner Ankunft
wurde der heute 64-jährige dann überfallen und körperlich schwer verletzt.
Der Angreifer, ein Mitgefangener, steht im Verdacht, den Angriff aus einem Auftrag
dritter heraus begangen zu haben.
Unterstützung von Leonard Peltiers Forderung auf Freilassung möchten wir
euch bitten, diese Unterschriftenaktion mitzumachen und weiter zu verbreiten:
FREE LEONARD PELTIER
24.10.2008, Start 13:30 Uhr
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Oranienstrasse 106 (Kreuzberg)
Bringt Fahrräder und andere Fortbewegungsmittel mit!
13:30 START: Kein Spass bei der Arbeit: Wir besuchen die verantwortliche Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner im Büro vor der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Oranienstrasse 106 (Kreuzberg)
ca.. 14:30: Die AWO (Arbeiterwohlfahrt (sic!) betreibt das Lager Motardstrasse Wohlfahrtsverband AWO Landesverband, Blücherstrasse 62
ca. 15:30: Dussmann liefert abgepackte Nahrungsmittel in die Motardstrasse. Wir wünschen einen guten Appetit! vor dem Kulturkaufhaus und dem Firmensitz von Dussmann, Friedrichstrasse 90
Endstation am Rathaus Wedding, dem Sitz des Bezirksamts Mitte, Spitzenreiter bei der Einweisung von Menschen in die Motardstrasse, Müllerstrasse 146 (Nähe Leopoldplatz)
Berlins inoffizielles Ausreiselager
In einem Industriegebiet in Spandau steht Berlins inoffizielles Ausreiselager. Zwar hat Berlin beschlossen, kein Ausreisezentrum zu errichten. Doch der formale Unterschied zwischen der Sammelunterkunft in der Motardstrasse und einem solchen Zentrum besteht nur aus einem Verwaltungsakt: In Berlin sind es die Sozialämter, die dorthin einweisen; in anderen Bundesländern erledigen dies die Ausländerbehörden. Für die Bewohner_innen macht das keinen Unterschied. Sie sollen "freiwillig" ausreisen oder in die Illegalität gehen, wo sie weitestgehend entrechtet sind und damit für Ausbeutungsverhältnisse aller Art zur Verfügung stehen.
Das Ausreisezentrum Berlin Motardstrasse
Seit 1998 dient das Heim als Unterkunft für neu angekommene Flüchtlinge im Asylverfahren, wie es in der Beamtensprache heisst. Hinter Stacheldraht wohnen die Flüchtlinge in fünf Containerklötzen aus grauem Blech, drei Stockwerke hoch. Eine solche Behausung ist unzumutbar. In der Motardstrasse aber leben mehr als 400 Menschen. Drei Monate sollen sie laut Gesetz aushalten, nicht länger. Doch seit 2006 werden immer mehr langjährig "geduldete" Flüchtlinge einquartiert. Sie müssen bleiben, bis alle"Sachverhalte geklärt" sind. Einige wohnen dort schon seit einem Jahr. Was heisst das für die betroffenen Menschen? Die Einweisung in die Motardstrasse bedeutet, dass ihnen die Chance auf eine Teilhabe am sozialen Leben verwehrt ist. Sie bekommen abgepacktes, minderwertiges Essen. Sie schlafen in einem Mehrbettzimmer, auf engstem Raum mit ihnen fremden Menschen. Einen abschliessbaren Schrank oder andere Orte für persönliche Dinge gibt es nicht. Die Duschen sind nicht abschliessbar, die hygienischen Zustände unzumutbar. Die dort Untergebrachten dürfen zwar das Lager verlassen, aber es liegt in einem Industriegebiet, in dem ausser ihnen niemand wohnt. Fahrkarten, um woanders hinzugelangen, und sei es zur Behörde oder zum Anwalt, können sie sich ohne Geld nicht kaufen. Wer dennoch wie ein Mensch leben möchte, muss kriminell werden: ohne Fahrschein fahren, irregulär arbeiten, in die Illegalität abtauchen. Wer dabei erwischt wird, verliert jede Chance auf einen legalen Aufenthalt.
Die Verantwortlichen
Verantwortlich für die Existenz des Lagers ist die Sozialverwaltung des Landes Berlin. Verantwortlich für die Belegung sind zur Zeit fast ausschliesslich die Bezirke. Die Sozialämter der Bezirke können dabei nach eigenem Ermessen gemäss §1a des Asylbewerberleistungsgesetzes vorgehen. Ist ein_e Sachbearbeiter_in der Ansicht, ein Flüchtling wirke nicht genug an der Klärung eines Sachverhaltes mit - für geduldete Migrant_innen bedeutet das alles; von der Beschaffung von Papiere bis zur eigenen Abschiebung -, kann er/sie den Flüchtling in die Motardstrasse schicken. Doch niemand zwingt die Sozialämter, Flüchtlinge in die Motardstrasse zu dirigieren. Die Firma Dussmann und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) profitieren am Betrieb des faktischen Ausreisezentrums Motardstrasse. Dussmann ist für die widerlichen Essenspakete verantwortlich, die AWO ist die Betreiberin des Lagers.
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
Ende 2008 läuft der Vertrag über das Lager Motardstrasse aus. Die Sozialverwaltung beabsichtigt, diese Lager weiterhin zu nutzen. Politisch verantwortlich ist die Sozialstadträtin Knake-Werner, die für die Linkspartei dieses Amt ausübt. Besonders wütend sind wir über die geplante, zusätzliche Etablierung einer "Sachleistungseinrichtung" für Familien. Dies empfinden wir als einen besonderen Skandal, auf den wir die "soziale" rot/roten Regierung und die "antirassistische" Linkspartei jetzt und in Zukunft verschärft hinweisen werden.
AWO – die Arbeiterwohlfahrt
Den Vertrag mit der Sozialverwaltung hält der AWO-Kreisverband Mitte. Die AWO ist ein Konzern, der in verschiedenen "sozialen" Bereichen auf unterschiedliche Weise Geld verdient. Die bewusst betriebene oder aus ökonomischer Erwägung in Kauf genommene Schikane von MigrantInnen ist ein deutliches Indiz, dass es hier nicht um "Wohlfahrt" oder soziale Belange geht.
Dussmann
Die meisten Menschen verbinden Dussmann nur mit Büchern. Doch das Kulturkaufhaus in der Friedrichstrasse ist nicht die einzige Einnahmequelle der Firma. Die Dussmann-Gruppe verdient ihr Geld unter anderem auch mit einem Sicherheitsunternehmen und einem Cateringservice, der jeden Tag Essenspakete in die Motardstrasse liefert. Sie bestehen aus schwer definierbarem Essen, das keine Ernährungswünsche und -gewohnheiten zulässt. Was gegessen wird, ist standardisiert und vorgeschrieben. Wer nicht isst, was ihm zugeteilt worden ist, hat kaum Geld, um sich Ersatz zu beschaffen. Den Menschen in der Motardstrasse wird somit verwehrt, selbst zu entscheiden, was sie essen wollen und was nicht. Wir wünschen dem Kulturliebhaber und Firmenchef Peter Dussmann einen guten Appetit!
Politisch verantwortlich ist die Sozialstadträtin Heidi Knake-Werner, die für die Linkspartei dieses Amt ausübt.
Die Berliner Bezirke
In den letzten 2 Jahren haben wir unter anderem Druck auf einige Bezirke ausgeübt. Mit einigem Erfolg: in mehreren Bezirken wurden die Einweisungen verringert. Aktueller Spitzenreiter unter den Bezirken ist zur Zeit der Bezirk Mitte, mit seiner für MigrantInnen zuständigen Abteilung im Rathaus Wedding. Das Bündnis gegen Lager hat sich zur Aufgabe gemacht, die Schliessung des Ausreisezentrums Motardstrasse voran zu bringen. Dass die baulichen, hygienischen und sozialen Zustände im Lager nicht hinnehmbar sind, ist für uns auch ein Argument, aber zweitrangig: Wir wollen den Rückbau des Lagers, das heisst die Auflösung zugunsten von Wohnungen für alle Betroffenen. In diesem Sinne haben wir und andere in den vergangenen Jahr immer wieder gehandelt: Verantwortliche wurden benannt, so die Sozialverwaltung Berlins, die mit der Arbeiterwohlfahrt einen lukrativen Pacht-Vertrag abschloss und ihn jetzt verlängern will.
Bündnis gegen Lager - Berlin/Brandenburg
Wir sind ein Bündnis linker und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen, u.a. mit Beteiligung von: FelS, Flüchtlingsinitiative Brandenburg, Initiative gegen das Chipkartensystem, Antifaschistische Initiative Moabit ...
am letzten wochenende im september (vom 26. bis 28.) wird in kiel im
subkulturzentrum alte meierei ein internationales Anti-Knast
Wochenende unter dem motto NO PRISON! NO STATE! stattfinden.
Das thema knast und die schicksale von inhaftierten menschen nehmen
immer noch eine eher nur marginale rolle in der deutschsprachigen
linken ein. Dies wollen wir ändern und laden deswegen alle
interessierten personen und zusammenhänge ein nach kiel zu kommen und
sich tiefergehend mit dem thema auseinanderzusetzen und zu vernetzen.
anlässlich des vermutlich Ende September oder im Oktober
beginnenden Prozesses gegen Axel, Oliver und Florian möchten
wir euch hiermit nochmals auf unser bundesweites Soli-Treffen und auf
Veranstaltungen aufmerksam machen, an denen einzelne von uns
mitwirken.
Am Sonntag, dem 31.8.2008 findet ein antimilitaristischer Stadtrundgang
an Orte des militaristischen Berlins statt. Dabei wird über Firmen,
Lobbyverbände, Dienstleistungsunternehmen und Orte des
antimilitaristischen Widerstands informiert. Dauer ca. 90 Min. Teilnahme
kostenlos. Start: 14 Uhr am Eingangstor der Humboldt-Uni, Unter den
Linden 6. (Weiterer Termin am 5.10.)
In Kürze mehr auf der Homepage
Am Samstag, dem 20.9.2008 ab 12 Uhr finden in Berlin und Stuttgart
die Demonstrationen "Dem Frieden eine Chance, Truppen raus aus
Afghanistan" statt. Wir rufen dazu auf, sich am antikapitalistischen
bzw. revolutionären Block zu beteiligen.
Infos zur Demo
Am Sonntag, dem 21.9.2008 findet um 19 Uhr in Berlin, im KATO die
Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe "Traumatisierung und
Widerstand" statt. Thema: "Trauma - zwischen Widerstand und
Ohnmacht". Traumatisierte haben oft ein starkes
Gerechtigkeitsbedürfnis doch wohin damit? Wie können wir
uns gegen die bestehenden Verhältnisse wehren und dabei
sensibel mit seelischen Verletzungen umgehen?
Die Soliarbeit für die von den 129a-Verfahren betroffenen kostet viel
Geld. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Bitte spendet reichlich.
Auch kleine und/oder regelmässige Beträge sind gern gesehen.
Rote Hilfe e.V.
Bank: Berliner Bank
Konto-Nr.: 718 9590 600
BLZ: 100 200 00
Verwendungszweck: Repression 31.7.2007
am kommenden montag, 4. august findet ab 18 uhr vor der jva plötzensee
eine kundgebung für die freilassung des inhaftierten antifaschisten
christian s. nach der 2/3-regelung.
im anschluss an die kundgebung werden wir mit einer demonstration zur
jva moabit laufen, um den dort am hungerstreik teilnehmenden
inhaftierten zu grüssen und ihnen unsere solidarität zu zeigen.
Vom 1. bis 7. August wird in Deutschland ein aussergewöhnliches
Ereignis stattfinden: mehr als 514 Gefangene (Stand vom 21. Juli)
werden sich in einem kollektiven Hungerstreik befinden. Wir reden von
einem ?aussergewöhnlichen Ereignis? aufgrund verschiedenen Gründen -
die Gefangenenbewegung (wenn mensch überhaupt davon sprechen kann)
trat in den letzten Jahren eher selten in den Kampf um die Zustände in
den Knästen, eher waren dies einzelne mutige Beispiele. Grosse Kämpfe
in Gefängnissen gibt schon seit Jahren nicht mehr,
besonders seit dem das System der Privilegierungen? um nur eine Massnahme
zu nennen? erschaffen wurde hat ein Entsolidarisierungsprozess unter den
Gefangenen stattgefunden. Viele Gefangenen erzählen, dass die Leute
drinnen eher an jeglicher Möglichkeit des Zeitvertreibs interessiert
sind, als an der Verteidigung ihre ?Rechte? oder daran mit anderen in
Kontakt zu treten. Wenn wir die Veränderungen in den Gefängnissen
parallel zu denen in der Gesellschaft ansehen sind wir nicht
überrascht, denn es herrscht ebenso ein Hang zur Vereinzelung,
Individualisierung und ein allgemeines Desinteresse an einer
Veränderung der aktuellen Zustände vor.
Deshalb begrüssen wir die Selbstorganisierung der Inhaftierten sehr in
der Hoffnung, dass diese für längere Zeit bestand haben wird und
weitere Aktionen zur Folge haben wird.
Wir bitten euch deswegen, dass ihr euch solidarisch verhaltet und die
Informationen auf euren Websiten und in eurer Umgebung / in eurem
Umfeld verbreitet und Soliaktionen startet.
Den Aufruf, einen Brief von Gabriel (anarchistischer Gefangener in
Aachen - er wird sich auch am Hungerstreik beteiligen) sowie Banner
für eure Websiten, ein Soliposter zum Ausdrucken und Verteilen und
Flyer gibt es
hier.
Wir haben 500 Postkarten drucken lassen, welche an die Knast in
Bielefeld und die Justizverwaltung von Nordrhein-Westfalen gesandt
werden sollen. Schreibt uns eine Mail
(mail@abc-berlin.net)
und wir schicken euch so viele Karten wie ihr braucht.
Mit solidarischen Grüssen
Anarchist Black Cross Berlin