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Jalil Muntaqim speaks

Meine Vorfahren

von Jalil A. Muntaqim

Maroon - das Wort stammt vom spanischen "cimarron" ab, welches seinerseits auf dem Taino-Indigenen-Wort für "Flüchtige" basiert. Während hauptsächlich die Maroon-Gemeinschaften von Jamaika, Surinam, Brasilien und Haiti bekannt sind, gab es solche Gemeinschaften von geflüchteten und entflohenen Sklav*innen auch in den Vereinigten Staaten. Als Beispiele können die Gullah- und Geechee-Gemeinden in South Carolina genannt werden sowie die entflohenen Sklav*innen, die sich den Seminol*innen in Florida anschlossen. Die Maroons gründeten semi-unabhängige und selbstverwaltete Gemeinschaften in unzugänglichen Gebieten wie Sümpfen, Wäldern und Bergregionen. Die am besten dokumentierten Zeugnisse der Maroons bleiben jedoch diejenigen von Jamaikas Held*innen wie Nanny, Cudjoe und Quao, die erfolgreich gegen die spanischen und britischen Sklavenhändler*innen in Jamaika kämpften. "Diese Sklav*innen - oft Coromantees genannt - sollten die wildesten und mutigsten gewesen sein. Diese von Ashanti-Fanti sprechenden Völkern abstammenden Sklav*innen wurden von den Sklavenhändler*innen am meisten gefürchtet und sie waren prominent in den Revolten vertreten. Aus den Reihen dieser Afrikans der Goldküste sind die Maroons hervorgegangen." "Der grosse Maroon-Krieg in Jamaika von 1729-1739 wurde unter der Führung von Cudjoe, dem Sohn von Nangua, einem stolzen Ashanti, ausgetragen."

Zehn Jahre lang führten Cudjoe und seine Brüder Johnny und Accompong der Maroons of Cockpit County Krieg gegen Grossbritannien, der 1739 in einem Friedensvertrag endete. Nanny der Windward Maroons wurde zur spirituellen Führerin und Nationalheldin der Maroons.

Nach dem Friedensvertrag von 1739 brachen die Brit*innen jedoch das Abkommen, indem sie 1795 in Falmouth zwei Trelawney Maroons auspeitschten. Darauf begann der zweite Maroon-Krieg.

Neben den Maroon-Kriegen gab es mehrere jamaikanische Sklav*innenaufstände, darunter die Rebellion von Tacky im Jahre 1760 und die im August 1831 von den beiden Predigern Sam Sharpe und Daddy Thorpe organisierte Massenrevolte. Dieser Aufstand wurde durch eine List der Brit*innen unterdrückt, die die Kämpfenden dazu überredeten, ihre Waffen für eine pauschale Amnestie niederzulegen indem sie sie glauben machten, England habe die Sklaverei beendet. Nachdem die Revoltierenden die Waffen niedergelegt hatten, wurden mehr als 1000 Menschen massakriert. Sam Sharpe, keine Reue zeigend, wurde am 23. Mai 1832 in Montego Bay hingerichtet. Dort verkündete er stolz: "Ich sterbe lieber hier am Galgen als in Sklaverei zu leben."
Eine Folge von Sam Sharpes Rebellion war aber, dass das britische Parlament am 1. August 1834, weniger als zwei Jahre später, die Sklaverei abschaffte. Die Emanzipations-Erklärung wurde in Spanish Town verlesen.

Obwohl dieses Dekret am 1. August 1834 erlassen wurde, litten die Jamaikaner*innen weiterhin unter der Last der Schuldknechtschaft, der Ausbeutung durch die Landbesitzenden und den Verwüstungen durch Hurrikane. Zwischen 1850 und 1851 starben 20000-30000 Menschen an einer Cholera-Epidemie sowie in fortwährenden Rebellionen gegen die weisse Unterdrückung.

Diese Zeit beinhaltete Spaltungen, Kompromisse und Verrat innerhalb der unterdrückten Bevölkerung, wie es in der Morant Bay Rebellion von 1865 der Fall war, als Maroons dazu gebracht wurden, Morant Bay zu verteidigen, und Paul Bogle, der Anführer der aufständischen Jamaikaner*innen gefangen genommen wurde. Bogle wurde am 24. Oktober 1865 auf dem britischen Schiff HMS Wolverine gehängt. Bis heute gibt es Überbleibsel von neo-kolonialer Kontrolle in Jamaika, so wird das Land in seiner Verfassung immer noch als Ehrenprotektorat der Königin von England beschrieben.

In exakt dieser Periode der heroischen Kämpfe, des Verrats und der Freiheitskämpfe in Jamaika wurde im April 1844 ein Maroon namens Joseph Herron geboren - mein Urgrossvater!

Im September 1977 wurde ich von einem Besuch meiner Grossmutter Minnie G. Bottom und ihres Sohnes Onkel Joe im San Quentin Gefängnis überrascht. Ich sollte auf Bewährung entlassen und in den Staat New York gebracht werden, um meine Haft am 19. September anzutreten, und meine Grossmutter wollte mich sehen, bevor ich verlegt wurde. Sie sagte: "Ich kam zu Besuch, weil dies wahrscheinlich das letzte Mal sein wird, dass ich dich sehen werde, und ich muss dir mitteilen, warum du so bist, wie du bist."

Nachdem sie diese Worte gesprochen hatte, schaute ich neugierig zu Onkel Joe, der mich einfach anwies: "Hör einfach deiner Grossmutter zu."

Meine Grossmutter begann die Geschichte meines Urgrossvaters, liebevoll Papa Joe genannt, zu erzählen. "Dein Urgrossvater war ein Maroon aus Jamaika, du hast schon von den Maroons gehört, oder?"

Ich nickte zustimmend und sie fuhr fort.

"Nun, in Jamaika geriet er in Schwierigkeiten und musste das Land verlassen, schliesslich landete er in Georgia. Als freier schwarzer Mann, der es nicht gewohnt war, unterwürfig zu sein, geriet er in Georgia erneut in Schwierigkeiten und musste wieder gehen." Ich fragte nicht, um welche Art von Ärger es sich handelte, denn die Implikation war klar, und ich malte mir aus, dass mein Urgrosspapa kein Mann war, mit dem man umspringen konnte, wie es eine*m beliebte. Meine Grossmutter fuhr fort mit der Geschichte.

"Dein Urgrossvater reiste gerade in einem Planwagen durch das Gebiet der Native Americans, auf einem Weg, welcher als "Indian trail to Alabama" bekannt war, als er in Natchez, Mississippi, eine junge Frau namens Anethious Thomas traf, welches im September 1848 in einem Reservat von Native Americans geboren war. Das Reservat wurde vom Council of Chiefs der Choctaw, Muscogee, Cherokee und Creek geführt. Die junge Frau gehörte zum Stamm der Creek. Die Creeks gehörten zu einer der 19 Stammesgruppen, die einst einen Grossteil des heutigen Alabama und Georgia bewohnten. Papa Joe und Anethious, liebevoll als Mama Leatha bekannt, heirateten und liessen sich schliesslich in Louisiana nieder."

Wieder schaute ich zu Onkel Joe, um eine Bestätigung für die Erzählungen meiner Grossmutter zu erhalten. Er lächelte und nickte zustimmend. Dann kam meine Grossmutter zum wichtigsten Punkt ihres Besuchs.

"So, und nun reist du durch das Land, kämpfst gegen die Regierung, kommst in Schwierigkeiten und änderst deinen Namen. Du bist genau wie dein Urgrossvater!"

Ich begann zu kichern, da ich überrascht war, dass sie einen solchen Vergleich zog. Sie fuhr fort:

"Ja, nachdem dein Urgrossvater in Louisiana angekommen war, änderte er seinen Namen, um nicht mit den Geschehnissen in Jamaica und Georgia assoziiert werden zu können. Er änderte den Namen zu ‹Bottom› (Englisch für ‹Grund, Boden›) und meinte dazu: ‹Ich beginne von Grund auf neu, also soll ‹Grund› mein Name sein.›"

Das war es, was meine Grossmutter mir zu sagen hatte, bevor ich in den Staat New York versetzt wurde, um diese Strafe von 25 Jahren bis lebenslänglich abzusitzen. Seither habe ich erfahren, dass Papa Joe und Mama Leatha dreiundzwanzig Kinder hatten, die in Georgia, Alabama und Louisiana geboren wurden; davon überlebten 18 Kinder. Mein Grossvater Frederick Bottom war das 17. überlebende Kind. Hier habe ich eine Liste der Kinder und ihrer Geburtsjahre zusammengestellt:

  • Joseph Bottom (Vater) 1844
  • Anithious Bottom (Mutter) 1848
  • Elisie Bottom 1875
  • Alsie Bottom 1878
  • James Bottom 1878
  • Josephine Bottom 1879
  • Jeremiah Bottom 1881
  • Jun Bottom 1881
  • Celia Bottom 1885
  • Salida Boden 1885
  • Arlie Bottom 1887
  • Mary Ellen Bottom 1889
  • Amanda Bottom 1892
  • Susie Bottom 1893
  • Orlie Bottom 1894
  • Ollie Bottom 1895
  • Catherine Bottom 1896
  • Janie Bottom 1898
  • Frederick Bottom 1902
  • George Bottom 1906.
  • Mein Grossvater und meine Grossmutter erzählten die Geschichte von Papa Joe ihren Kindern, nachdem sie an der Beerdigung von Momma Leatha teilgenommen hatten. Zugegen waren damals Onkel Joe, meinVater Richmond, Onkel Frederick, und meine Tanten Charli, Rose, Anita und Minnie. Ich habe diese Geschichte kürzlich von Tante Minnie, die um die 90 ist, bestätigt bekommen.

    Mein Grossvater Frederick Bottom war ein Absolvent von Tuskegee und ein Schüler von George Washington Carver. Laut einer Familienerzählung war es mein Grossvater, der einen Pfirsich und eine Pflaume zu einer Nektarine veredelte; die Anerkennung dafür erntete jedoch Professor Carver. Mein Grossvater erlangte bei der Prince Hall-Freimaurerloge den 33-1/3 Grad und wurde Pastor seiner Kirche.

    Mein Vater Richmond Samuel Bottom begann im Alter von 16 Jahren für die Acme Distributing Linoleum Company zu arbeiten. Er erwarb die Firma, nachdem der ursprüngliche Besitzer (Dick McCoy) in den Ruhestand gegangen war.

    Später verlagerte er das Unternehmen von der Innenstadt von Oakland, Kalifornien, in das als East Oakland Fruitvale District bekannte Gebiet. Einige Jahre später erweiterte er sein Geschäft um einen Fischhandel. Er besass und betrieb diese Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahre 2001.

    Mein Vater und meine Mutter waren zehn Jahre lang verheiratet, sie hatten drei Kinder. Er hatte ein anderes Kind vor meiner Geburt (ich traf diesen Bruder erst im Alter von 25 Jahren in San Quentin); später hatte er noch drei weitere Kinder in seiner zweiten Ehe.

    Bevor ich diese kurze Geschichte meiner Vorfahren abschliesse, ist es wichtig, etwas von meinen Urgrosseltern mütterlicherseits zu erzählen. Meine Urgrosseltern waren Thomas E. Hicks und Willie Mae Hathaway. Er war ein Lagerarbeiter für SP Railroad und Baseballspieler in der berühmten "Negro League". Meine Urgrossmutter entschied eines Tages, dass sie sich einen Baseballspieler angeln würde und ging zu einem der Spiele in Wharton, Texas, um dort "herumzuscharwenzeln" (so meine Mutter). Und siehe da, sie erregte erfolgreich die Aufmerksamkeit von ihrem späteren Ehemann. Aus dieser Verbindung entsprangen drei Kinder (meine Grossmutter Louise Hicks, 8.10.1919, Onkel Thomas E. Hicks, Jr., 8.2.1921, und Tante Dorothy Mae Hicks, 19.11.22). Meine Urgrossmutter hatte bereits ein Kind (Onkel Leonard James Robichaux-Hicks 7.10.1918), bevor sie ihren Baseballspieler traf.

    Meine Grossmutter lernte Theodore Roosevelt Foreman (geboren am 15.8.1915) kennen, der ein Freund ihres Bruders Onkel Tom war. Gemeinsam hatten sie ein Kind, dies war meine Mutter. Mein Grossvater mit dem Spitznamen "T. R." war eines von elf Kindern aus der Verbindung von Hamon und Annie Mary Foreman. Er arbeitete als Schaffner bei der Southern Pacific Railroad, hatte als Musiker ein eigenes Quintett (Ted Foreman Quintet) und besass schliesslich ein Restaurant in der Innenstadt von Houston, Texas. Dort begann die Kindheit meiner Mutter.

    Nun, wenn man bedenkt, was mir meine Grossmutter väterlicherseits an einem Nachmittag im Gefängnisraum des San Quentin Gefängnisses offenbart hat: wenn ich Baseballspieler der National League geworden wäre, hätte meine Grossmutter mütterlicherseits wohl behauptet, ich wäre wie mein Urgrossvater? (Ha!)

    Auf jeden Fall ist es gut, etwas über deine Herkunft zu wissen, über das Leben und Überleben im rassistischen Amerika. Es wird dein Selbstbewusstsein festigen und dir vielleicht einen Sinn jenseits der simplen Vermehrung unserer Spezies erschliessen. Von Generation zu Generation haben wir die Aufgabe, unsere gemeinsame Menschheit auf dem Planeten zu höheren Ebenen des evolutionären Bewusstseins zu erheben!

    Lerne deinen Stammbaum kennen und bringe ihn auch deinen Kindern näher!

    Denke daran: Wir sind unsere eigenen Befreier*innen!

    Revolutionäre Liebe und Einheit
    Jalil A. Muntaqim


    Die folgenden Bilder wurden von Jalils Mutter Billie zur Verfügung gestellt. Die ersten drei sind von Onkel Spencer Foreman, der ein Rennfahrer war.

    Spencer Foreman Spencer Foreman Rennfahrer Spencer Foreman Rennfahrer

    Das nächste Bild ist ein altes des Foreman-Clans.

    Foreman Clan

    Dieses Foto wurde an einem Wochenende gemacht, an dem meine Grossmutter einige ihrer Verwandten besuchen ging. Ich werde versuchen, einen Teil meiner Familie so gut wie möglich zu benennen, von links nach rechts:
    # 1 & # 2 Hamons Cousins, Söhne der Schwester der Grossmutter Angeline Foreman in Nord-Louisiana; # 3 Onkel Talmage Foreman, Veteran des Ersten Weltkriegs und pensionierter Bremser der Missouri-Pacific Railroad Company; # 4 Onkel Talmages Ehefrau Mamie R. Foreman, Schullehrerin und Musiklehrerin, Eastern Star. Sie spielte ein Konzert für die Vereidigung von Präsidenten Woodrow Wilson; # 5 Mary Ruth Thomas, Tochter von Frau Nettie Thomas, Schulkameradin von Lee Roy; # 6 Alma Thomas, Tochter von Frau Nettie Thomas; # 7 Lucy Foreman (unsere Schwester) Tochter von Hamon und Annie Mary. Sie wurde im Alter von neun Jahren von einem Betrunkenen überfahren. Alle Schulen schlossen für ihre Beerdigung; # 8 Tante Laura Foreman-Greene; # 9 Grossmutter Angeline Foreman, Tochter eines Sklavenmeisters. Geboren im Herrenhaus. Eine Witwe, die einen Bürgerkriegsveteranen heiratete.

    Nachtrag von Jalils Mom Billie: Ich bin mir nicht sicher über den letzten Satz "Eine Witwe, die einen Bürgerkriegsveteranen heiratete." Ich interpretiere, dass dieser Bürgerkriegsveteran mein Grossvater ist, Hamons Vater.

    Quelle: 20.03.2018
    www.freejalil.com/blog51.html

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    Im Geist von Nelson Mandela

    Vorschlag zu einer Kampagne für die Internationalen Jurist*innen der UNO für die Einleitung einer förmlichen Untersuchung der Menschenrechte von politischen Gefangenen in den Vereinigten Staaten

    In den letzten Jahren haben wir beobachtet, wie einige wenige politische Gefangene nach langen, harten Kämpfen freigelassen wurden. Es ist uns gleichzeitig auch bewusst, dass weitaus mehr Gefangenen die Freilassung nach gewonnenen Gerichtsverfahren verweigert wurde, so z.B. bei Sundiata Acoli, Veronza Bowers und Dr. Mutulu Shakur.

    Entweder entschied das Gericht, sie freizulassen, der Bewährungsausschuss jedoch appellierte und verhinderte die Freilassung; oder der Bewährungsausschuss hatte der Entlassung stattgegeben, doch wurde diese vom Staat wieder annulliert. Auf jeden Fall müssen unsere Genoss*innen weiterhin im Gefängnis schmoren, da diese Urteile nur wenige Rekursmöglichkeiten zugunsten einer Verbesserung ihrer Situation zulassen - wenn überhaupt.

    Auf der anderen Seite konnten wir gewaltige Siege beobachten und feiern, so z.B. die Entlassung der "Cuban Five" und die kürzliche Entlassung von Oscar Lopez Rivera. Seine Begnadigung ist eine von vielen erfolgreichen Begnadigungsgesuchen der Bewegung der "Puerto Rican Independentistas". Die breite internationale Unterstützung für die puertoricanische Unabhängigkeitsbewegung zeigt auf, wie richtig und wichtig eine vereinte und einheitliche Stossrichtung ist. Wir müssen nun die passenden Mittel finden, um deren organisatorischen Erfolg in unserem eigenen fortwährenden Kampf für die Freilassung unserer inhaftierten Genoss*innen zu replizieren. Während wir die Freilassung von Oscar feiern, ist es äusserst wichtig, diese Aktivist*innen dazu zu ermutigen, unserem Kampf im Geiste internationaler Solidarität beizutreten. Sein Sieg ist unser Sieg, und unser fortgesetzter Kampf sollte ihr fortgesetzter Kampf sein!

    In diesem Sinne habe ich über unsere früheren Erfolge nachgedacht, insbesondere über die Visitation der Internationalen Jurist*innen der Vereinten Nationen, welche im Jahr 1979 mehrere unserer politischen Gefangenen besuchten und interviewten. Nach ihren Besuchen haben die Internationalen Jurist*innen der U.N. Unterkommission zu "Prevention of Discrimination and Protection of Minorities" (Prävention von Diskriminierung und Schutz von Minderheiten) rapportiert, dass in den Vereinigten Staaten dezidiert politische Gefangene existieren.

    Bald danach, am 24. Dezember 1977, bot der inzwischen verstorbene und von vielen verehrte Fidel Castro, Kubas Präsident, einen Gefangenenaustausch von Häftlingen in Kuba zugunsten unserer gefangenen Revolutionär*innen an. Leider hatten wir als Bewegung nicht die Stärke oder organisatorische Kapazität, um diesen Austausch zu verlangen - dh., die US-Regierung dazu zu zwingen.

    Einige der Genoss*innen, die vor 35 Jahren von den Internationalen Jurist*innen der Vereinten Nationen interviewt wurden, schmoren heute noch immer im Gefängnis. Daher möchte ich vorschlagen, dass es an der Zeit ist, eine neue internationale Kampagne zu organisieren, um die Internationalen Jurist*innen dazu zu bewegen, wieder eine förmliche Untersuchung einzuleiten. Diese Untersuchung hätte als Basis, Menschenrechtsverletzungen zum Nachteil langjähriger politischer Gefangener durch die Vereinigten Staaten aufzudecken.

    Ich schlage vor, diese Kampagne unter dem Motto "Im Geiste Nelson Mandelas" zu organisieren, da ich davon ausgehe, dass dieser Slogan progressiven Kräften auf der ganzen Welt zusagt. Der Slogan wird sie in internationaler Solidarität dazu inspirieren, unsere Bemühungen für eine so nötige Untersuchung durch die Internationalen Jurist*innen zu unterstützen. Einige von euch wissen vielleicht, dass der vor kurzem verstorbene UN-Berichterstatter Juan Méndez erfolgreich einen Bericht und eine Empfehlung von der Generalversammlung der Vereinigten Staaten hat annehmen lassen, in denen die US-amerikanische Politik und Praxis der Einzelhaft verurteilt wird. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkennt diese Empfehlung bis heute als die "Nelson Mandela Regel" ("Nelson Mandela Rule"). Es wäre politisch und strategisch für unsere Kampagne vorteilhaft, mit unserem Organisierungsslogan "Im Geist von Nelson Mandela" auf dem Erfolg von Juan Méndez aufzubauen. Dies ist besonders wichtig, da viele unserer gefangenen Genoss*innen unter den Strafbedingungen der Einzelhaft erleiden. Wenn wir die Artikel der New York Times vom 4. und 5. Dezember 2016 zu einem Sonderbericht über die rassistische Diskriminierung in Disziplinarpraktiken des "N.Y.S. Department of Corrections and Community Supervision" aufmerksam lesen, ist es offensichtlich, dass die Mandela-Regel verletzt wurde und wird.

    Tatsächlich verfasse ich selber den vorliegenden Vorschlag sozusagen an vorderster Front, nämlich als Insasse eines N.Y.S. (Southport) Gulags - und zwar in Einzelhaft, welche mir aufgrund einer falschen "disciplinary Tier III hearing" auferlegt wurde; wiederum eine krasse Verletzung der "Nelson Mandela Regel".

    Wir hoffen, dass das Umsetzen dieser Kampagnenidee uns folgendes ermöglichen wird:

    1. Der Aufbau einer nationalen Bewegung mit dem Ziel, die Internationalen Jurist*innen der Vereinten Nationen zu einer Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen zu bewegen;
    2. Die Erschaffung eines politischen Klimas der internationalen Solidarität unter progressiven Kräften auf der ganzen Welt zur Unterstützung unserer politischen Gefangenen;
    3. Der Aufbau einer Medien- / Propagandakampagne zur Unterstützung dieser Bewegung, um Aufmerksamkeit für unsere politischen Gefangenen und die Bedingungen ihrer Inhaftierung zu erregen;
    4. Die Aufdeckung der Heuchelei der USA in Bezug auf ihren Umgang mit Menschenrechten und ihre fortlaufende Verletzung der "Mandela-Regel";
    5. Die Stärkung unserer Fähigkeit, unsere politischen Gefangenen zu repräsentieren, und gleichzeitig eine Erweiterung der Basis der Einheit und der Unterstützung in den Kämpfen von New Afrikan / Black, Native American, Puerto Rican, Chicanx / Mexicanx, Euro-Americans, usw., sowie generell von antirassistischen und antiimperialistischen Kämpfen;
    6. Ein Bericht der Internationalen Jurist*innen der Vereinten Nationen vor der UN-Generalversammlung, also vor der ganzen Welt, zu den Menschenrechtsverletzungen in den USA, und spezifisch zur Existenz von politischen Gefangenen in den USA;
    7. Schliesslich soll der Bericht der Internationalen Jurist*innen für die Einsetzung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission mit internationalen Beobachter*innen verwendet werden, um die COINTELPRO-Verfolgungen und Verurteilungen anzugehen.

    Der Vorschlag verpflichtet uns, einen organisatorischen Beschluss und einen Aktionsplan aufzusetzen, um möglicherweise eine "Koalition für Menschenrechte für politische Gefangene" zu bilden. Eine solche Koalition würde sich aus Vertreter*innen unserer politischen Gefangenen, Menschenrechtsverfechter*innen, juristischen Expert*innen, fortschrittlichen Organisationen und religiösen Gruppen zusammensetzen.

    Schliesslich bitte ich darum, diesen Vorschlag nach sorgfältiger Prüfung zu vervielfältigen, weit zu verbreiten und zur Diskussion zu veröffentlichen. Mit dem Erfolg von Oscar und der kürzlichen Freilassung einiger politischer Gefangener ist es wieder an der Zeit, unseren Kampf für die Freiheit "Im Geist Nelson Mandelas" zu intensivieren.

    Denken Sie daran: Wir sind unsere eigenen Befreier*innen!

    Revolutionäre Liebe und Einheit

    Jalil A. Muntaqim
    13. März 2017, Southport Gulag

    Quelle: 20.03.2018
    www.freejalil.com/index.html

    Muhammad_Jalil

    Dr. Muhammad, Jalil, Yusef Al-Boriqwa und Ustar Ahmed Ismael im Gefängnis Shawangunk

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    "Escaping the Prism … Fade to Black"

    Jalil Muntaqim ist ein ehemaliges Mitglied der Black Panther Party und der Black Liberation Army. Seit über sechsundvierzig Jahren ist Jalil ein politischer Gefangener und einer der New York Three (NY3), als Vergeltung für seinen politischen Aktivismus.

    "Escaping the Prism … Fade to Black" ist eine Sammlung von Jalils Gedichten und Essays, die er hinter den Gittern des Attica-Gefängnisses geschrieben hat. Die Kombination aus Persönlichem und Politischem bietet den Lesenden eine seltene Gelegenheit, einen Mann kennen zu lernen, der die meiste Zeit seines Lebens – nämlich über sechsundvierzig Jahre – hinter Gittern für sein Engagement im Black Liberation Movement der 1960er und frühen 1970er Jahre verbracht hat.

    Jalils Poesie befasst sich mit einer Reihe von Themen: Spiritualität, Geschichte und der Kampf für Gerechtigkeit, Depression, Humor und sexuelles Verlangen, der Schmerz und die Einsamkeit der Inhaftierung, die anhaltende rassistische Unterdrückung von New Afrikans in den Vereinigten Staaten und die Notwendigkeit, im eigenen Leben einen Sinn zu finden. Gleichzeitig zeigen seine politischen Essays, dass er eifrig bemüht ist, in die heutigen Geschehnisse zu intervenieren und sich mit ihnen zu beschäftigen, immer mit dem Ziel, das Leben der Unterdrückten konkret zu verbessern.

    Wie Walidah Imarisha in ihrer Einleitung festhält: "Bei dieser Sammlung geht es nicht nur um eine Rüge, sondern um die Verpflichtung, vollkommen zu leben und vollständig zu lieben. Es geht darum, alle Aspekte der Menschheit zu erforschen, alle Elemente von Befreiung ... Escaping the Prism widersetzt sich den Versuchen des Staates, politische Gefangene zum Schweigen zu bringen und sie von den Widerständigen ausserhalb des Gefängnisses zu trennen, die sich für Veränderungen einsetzen. Im Kontext der internationalen Black Lives Matter-Bewegung, dieser von der Schwarzen Jugend angeführte Schrei nach Gerechtigkeit, sind Jalils poetische Stimme und die Stimmen all unserer politischen Gefangenen lebenswichtig, um die Kontinuität des Schwarzen Widerstands zu gewährleisten."

    "Escaping the Prism … Fade to Black" beinhaltet auch eine ausführliche Untersuchung des Krieges der US-Regierung gegen die Black Liberation Army im Allgemeinen und gegen Jalil und die New York Three im Besonderen. Autor dieser Analyse ist der renommierte Gelehrte und Aktivist Ward Churchill. Im Text "The Other Kind: On the Integrity, Consistency, and Humanity of Jalil Abdul Muntaqim" verfolgt Churchill die Geschichte von der mörderischen COINTELPRO-Repression der Black Panther Party durch das FBI, über die NEWKILL-Operation, welche zur Inhaftierung der NY3 führte, bis hin zur weniger lang zurückliegenden Phoenix Taskforce, die die erneute Strafverfolgung von Jalil und anderen Schwarzen Aktivist*innen orchestrierte (der Fall der San Francisco 8).

    Die Buchillustrationen stammen von den revolutionären Gefängniskünstlern Zolo Agona Azania und Kevin "Rashid“ Johnson sowie von folgenden Künstleraktivist*innen von draussen: Bec Young, Pete Railand, Rocky Dobey und dem Kollektiv "We are the Crisis".

    Ihre Ausgabe der Gedichtsammlung "Escaping the Prism … Fade to Black" können Sie bei Ihrer Buchhandlung sowie beim Verlag AK Press bestellen.
    Hier finden Sie Presseinformationen zum Buch (PDF)
    Weitere Informationen zu Jalil

    Um mehr über andere politische Gefangene und Kriegsgefangene der Regierung der Vereinigten Staaten zu erfahren: www.thejerichomovement.com/

    Produktdetails

    FACHKATEGORIE: Poesie; Strafjustiz / Soziologie
    PREIS: 20,00 $
    ISBN: 978-1-894946-62-9
    SEITENZAHL: 320
    GRÖSSE: 5,5 x 7,75
    FORMAT: Taschenbuch
    ERSCHEINUNGSDATUM: September 2015

    VERTRIEBEN VON:
    AK Press
    674-A 23rd St.
    Oakland, CA 94612
    Tel.:(510) 208-1700
    Email:info@akpress.org
    Web:akpress.org

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    https://www.akpress.org/escaping-the-prism-fade-to-black.html http://www.freejalil.com/exitingtheprism.html

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